Konzertbericht BZ

Vom «Ave Maria» bis zur Hymne an Lady Di

(BE-)SINNLICH / Gefühlvoll auf die Weihnachtszeit abgestimmt war das Weihnachtskonzert der Brass Band Konkordia Büsserach.

Von Heiner Leuthardt

Mariastein. Aus dem Chor der Basilika von Mariastein erklang das «Ganzon Seconda a4» von Giovanni Gabrieli (1533-1612), mit dem die Brass Band Büsserach am 3. Adventssonntag ihr weihnächtlich gestimmtes Konzert einleitete. Dieser besinnliche Einstieg, von einer kleinen Gruppe der Brass Band gestaltet, fügte sich nahtlos in das traditionelle Adventskonzert der Brass Band Büsserach ein, das in seiner Zusammenstellung das Sinnliche und Besinnliche ansprach, ohne in Gefühlsduselei abzugleiten.

Die perfekt vorgetragenen Stücke schafften Raum für Ruhe und Gedanken. Zugleich liessen sie trotz allem den Genuss und die Freude an der Musik nicht zu kurz kommen. Das zeigte sich in der «Sonata Pian e Forte» von Giovanni Gabrieli wie auch in «Rusalkas Lied an den Mond» von Antonin Dvorak (1841-1904). Hier brillierte Dieter Häner als Solist mit dem Es-Kornett. Damit belegte er auch, dass die Brass Band Büsserach über hervorragende Musikerinnen und Musiker verfügt, die es ihr erlaubt, auf hohem Niveau zu spielen. Gerade bei den zum Teil leisen, getragenen Werken, die aber ins Forte anschwellen, darf es in den Registern keine Fehler geben. Sie wären leicht zu hören.

Zu dem hohen Niveau trägt auch der Dirigent der Brass Band bei, Rainer Ackermann aus Wolfwil. Sicher führte er «seine» Brass Band und versteht es, sie auf die Werke einzustimmen. Das wurde bei der «Hymne für Diana» von Joseph Turrin deutlich. Das Stück entstand nach dem Tod von Lady Diana und spiegelt sowohl Trauer und Melancholie wie auch Lebensfreude - Elemente, die mit dem Leben von Lady Di verbunden sind. Sanfter Glockenklang liess das Stück ausklingen und schuf einen idealen Übergang zum «Ave Maria» von Franz Schubert (1797-1828).

Dem «Ave Maria» Halt und Tiefe gegeben

Pater Notker vom Kloster Mariastein, der mit viel Sachkenntnis und Gespür durch das Adventskonzert führte, verriet, dass die Bearbeitung des «Ave Maria» durch den Dirigenten Rainer Ackermann noch taufrisch sei, denn er habe das Arrangement für die Brass Band erst vor zwei Wochen abgeschlossen. Ihm ist dabei eine stimmige Umsetzung gelungen, wobei der Gesang durch den Es-Bass übernommen wird. Dabei gelang Andreas Laffer mit seinem Instrument ein hervorragendes Solo, mit dem er die Stimmung des «Ave Maria» gekonnt aufnahm und ihm auf diese Weise Halt und Tiefe gab.

Mit «A Moorside Suite» von Gustav Holst (1874-1934) klang der offizielle Teil des Adventskonzerts aus. Die schwächliche Konstitution und Krankheiten hätten es Holst verunmöglicht, sich als Posaunist und Dirigent zu entfalten, führte Pater Notker aus. So habe er als Komponist gewirkt, der seinen eigenen Weg gegangen sei und sich unter anderem vom englischen Volksgesang und der orientalischen Philosophie beeinflussen liess. Das tiefgründige Stück lud in seinem Wechselspiel von Piano bis Forte und seinem triumphalen Finale zum Mitgehen und Nachdenken ein.

Mit zwei Zugaben verabschiedete sich die Brass Band Konkordia Büsserach vom begeisterten Publikum, das selbst dem Wunsch des Dirigenten, man möge nach dem «Stille Nacht» auf das Klatschen verzichten und es auf diese leise Weise leise in die Nacht klingen lassen, nicht nachkommen mochte.