Konzertbericht BZ

Brass-Night mit Euphonium-Champ

Gemeinschaftskonzert
Die Brassband Breitenbach und die Brassband Konkordia aus Büsserach begeisterten gegen 300 Zuhörer im Griensaal mit abwechslungsreicher Blasmusik.

Von Franz Halbeisen

BREITENBACH
Nacheinander konzertierten die Brassband Breitenbach in einem ersten und die Brassband Konkordia aus Büsserach im zweiten Teil im Griensaal in Breitenbach. Erst im Finale musizierten die beiden Formationen gemeinsam und begeisterten gegen 300 Zuhörer aus der ganzen Region. Von Rivalitäten, wie sie früher manchmal unter Musikgesellschaften vorkamen, war nichts zu spüren. Eine Besetzung mit mehr als 50 Männern und Frauen gewinnt natürlich an Kraft und Klangvolumen. Beide Bands hatten gleichermassen Höhepunkte und verschiedene Musikstile in ihrem Repertoire zu bieten und trugen so gemeinsam zu einer gelungenen Brass-Night bei.  

Der Meister wartete mit einer Uraufführung auf

Zweifellos war der Gastsolist, Thomas Ruedi, eine Bereicherung an diesem Konzert. In seiner Generation gilt der 35-jährige Musiker nämlich als Meister auf dem Euphonium und hat dafür schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten. So hat er beispielsweise den ersten Preis des Europäischen Solistenwettbewerbs für Blechbläser in München gewonnen. Doch auch als Komponist und Arrangeur hat er sich bereits einen Namen geschaffen.  

Bekannt ist Ruedi nicht nur in der Schweiz, wo er bei der A-Band der Bürgermusik Luzern als Leiter in den Jahren 1995 bis 2002 tätig war. Als Tenorturbist und Basstrompeter spielt er zudem regelmässig in renommierten Schweizer Sinfonieorchestern und war auch schon bei der englischen Top-Brassband engagiert. Daneben arbeitet Thomas Ruedi auch als Dozent an den Musikschulen Luzern und Bern. Seine Soloauftritte haben ihn schon durch ganz Europa, in die Vereinigten Staaten und sogar nach Asien geführt. Zur Uraufführung kam in Breitenbach das Stück «So long, Lucy». Ein eigens von Ruedi komponiertes Solo. In einer Interpretation von «Tico Tico» von Zequinha Abreu begleitete ihn Martina Balz auf dem Marimbaphon. Auch sie erhielt für ihr aussergewöhnliches Spiel begeisterten Beifall aus dem Publikum. Wer den beiden zusah, hatte das Gefühl, dass sich die Instrumente beinahe wie von selbst spielen lassen.

Für das jüngere Publikum standen gleich mehrere bekannte Melodien auf dem Programm. Die Brassband Breitenbach spielte beispielsweise «Bohemian Rhapsody» des mittlerweile verstorbenen Freddie Mercury und die Brassband Konkordia aus Büsserach brachte sogar «Ruby Tuesday» von den Rolling Stones auf die Bühne. Wer hätte gedacht, dass Altrocker Mick Jagger in einer Brassband zu Ehren kommt.  

Auch die Anhänger klassischer Musik kamen nicht zu kurz. Die beiden Musikgesellschaften fanden gemeinsam mit der «1812 Ouvertüre» von Tschaikowsky die richtigen Tonfolgen. Einen weiteren musikalischen Leckerbissen und Klassiker hatte die Brassband Konkordia Büsserach mit «Czardas» von Johann Strauss zu bieten. Das Publikum schien mit der reifen Leistung der Musiker zufrieden.

bz, Montag, 25. Oktober 2004